Donnerstag, 1. Oktober 2015

Was soll ich nur tun...

Aktuelle Themen verlangen aktuelle Überlegungen...

Seit Wochen und Monaten halte ich mich aus den aktuellen Entwicklungen heraus, wobei es mir mitunter nicht nur unter den Nägeln brennt, meinen Senf dazu zu tun, sondern manchmal die blanke, meinetwegen auch arrogante, Wut auf "besorgte Bürger" und Menschen ähnlicher Couleur ihre Spielchen mit mir treibt.

Als mitunter einigermaßen reger Nutzer der sozialen Netzwerke, allen voran jenes eines gewissen Herrn Süßstoffhügels, will ich nun nicht über Sinn und Unsinn philosophieren. Stellte ich doch just fest, dass ein in der Heimat als lokal zu verorteter Radiosender die Meldung machte, dass ein seit etlichen Jahren leer stehender Baumarkt in einem Gewerbegebiet nun als Notunterkunft für Flüchtlinge bereit gestellt werden könnte.

Würdelos genug, dass eine ländliche Gemeinde es nicht schafft, Flüchtlinge in geeigneteren Unterkünften unterzubringen, beängstigend allerdings die dann erscheinenden Kommentare unter jener Meldung, die ihrerseits im Konjunktiv daher kam.

Es geht mir nun weniger darum meine Moral reinzuwaschen, über rassistische, faschistische, fremdenfeindliche und ähnlich sinnfreie Kommentare will ich nicht herziehen. Ich habe ganz konkret ein Problem damit.

Wie soll ich mit solchen Äußerungen umgehen? Macht es Sinn, jemandem nahe zu legen, doch seiner Drohung "Wenn das so weiter geht, dann wandere ich aus!" einfach Taten folgen zu lassen? Wie argumentiere ich (Macht es überhaupt Sinn zu argumentieren?), wenn jener Beitrag des Radiosenders mit Ängsten zu Wohnungsnot, öffentlicher Gesundheit und sogar mit dem Wunsch nach Quarantäne für Flüchtlinge (Dann gäbe es auch kein Problem mit MRSA-Viren in Krankenhäusern (sinngemäß)) kommentiert wird? (zum Nachlesen der Meldung mitsamt ihren Kommentaren: Link)

Wie gehe ich mit Anfeindungen gegen mich um, wenn ich öffentlich Stellung nehme? Wie reagiere ich auf Platitüden? Und was ist so schlimm daran, als Gutmensch betitelt zu werden? Wieso fällt es mir so schwer (mal vom Zeitfaktor abgesehen!), öffentlich und laut Stellung zu beziehen, die ihrerseits eben keine Platitüde ist? Und wieso fühle ich mich damit so alleine...

1 Kommentar:

  1. Brauchst Dich nicht allein fühlen. Ich denke wir sind viele! Und sind gern Gutmensch, wenn das bedeutet auch einfach menschlich zu sein. Übrigens haben die Toten Hosen ein sehr geil es T-Shirt zum Thema.
    Liebe Grüße aus Berlin

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