Dienstag, 12. August 2014

Dänemark III

Nachdem der Strand (wenn man das denn so nennen mag) am Vortag allein dadurch bestach, dass man nicht Sand bis zum Innenohr haben würde, wenn man auch nur in die Nähe des Strandes kommen würde, haben wir direkt mal dick aufgetragen. Punkt zehn Uhr haben wir uns unseren Strandkorb (Grüße an Nummer 270) gemietet und den käsigen Wanst in die Sonne gehalten. 

Klar, es war wieder Ebbe und das Wasser geschätzte eineinhalb Kilometer von "Strand" entfernt. Was solls, Gott gab uns Füße zum Gehen, also los. Schon auf der halben Strecke, ich hatte mich inzwischen an die glibberige Matsche zwischen den Zehen und unter den Füßen gewöhnt, brannte der Nacken und die Schultern ein wenig. Eincremen? Wir sind Kerle und keine... Aber umdrehen ohne wenigstens den dicken Zeh in die Nordsee gehalten zu haben, ging nun auch nicht. Also immer weiter. Und endlich war es soweit, das kühle Nass umspülte meine matschigen Füße, Nordsee. Schönstes Erlebnis, die kleinen Brandungsfische (die sicher auch einen richtigen Namen haben, möge es Aufgabe der Biologen sein, herauszufinden, wie sie wirklich heißen, Klassifizierungsversuche bitte als Kommentare!), die einem ungefragt und ohne sich verscheuchen lassen, an den Füßen knabbern. Ein wenig Gedanken schweifen lassen unterm hohen Himmel, den Blick auf den Horizont, schon ziemlich entspannend. Also wieder zurück, damit nicht nur die Rückseite aussieht wie ein frisch gekochter Krebs, sondern natürlich auch die Wampe. Bis zum Mittag haben wir uns durch den Sandkorb geaalt. Mit Lesen, ohne Lesen, Augen auf, Augen zu, Strandkorb drehen, Nein, nicht in die Sonne!

Kaum hatten wir den Entschluss gefasst, den Tag mit einem Burger "Holsteiner Art" abzurunden (sprich nebst Salat zierte ein Spiegelei den Burger!), hatte das Schicksal uns zwei weitere Menschen in den Weg gestellt. Am Nachbartisch saßen zwei Damen, geschätzte Mitte/ Ende 50, die schon beim Betreten der Terrasse des kleinen Imbisses mit Blick auf die Nordsee, begannen, alles zu kommentieren. Aber nicht lustig-bissig wie Waldorf und Stadler aus der Muppet-Show, sondern eher auf eine unverschämt-nervige Art. Vorbeigehende Passanten waren genauso Objekt der Kommentare, wie alle Aktionen nebensitzender anderen Gäste. So bekamen die beiden Damen Stielaugen, als die Burger serviert wurde: "Also war eine Riesenportion! Da würde ich ja zwei Tage dran essen. Mit zwei Personen!" Matze, bleib ruhig, Ohren auf Durchzug! Ungeschickterweise, ließ mein Bruder sein Messer fallen, was die Damen direkt wieder aktivierte: "Oh, oh, da hat jemand keinen Hunger mehr." Ich schwor mir, beim nächsten Kommentar, bekommen die zwei etwas zu hören, aber statt weiter im Mittelpunkt ihres Interesses zu stehen, wir waren wohl einfach nicht kommunikativ genug, widmeten sie sich den ausliegenden Touristenbroschüren, besprachen den Sinn und Unsinn von Rabatten in einem Bekleidungsgeschäft ("Sicher gibt es die zehn Prozent nur auf Dinge, die wir nicht möchten!") oder sprühten gerade zu über, als die eine Dame entdeckte, dass in ihrem Kännchen Kaffee ("Draußen nur Kännchen!") doch glatt noch Kaffee war. Verrückte Welt.




Den Tag haben wir mit einem Bummel durch Büsum und der Besichtigung der "Watt'n Insel" abgerundet. Da gab es dann nicht nur leckere Matjesbrötchen und für Martin endlich die lang ersehnten Bierchen aus dem Supermarkt. Das war aber wohl nicht so lecker, denn nach dem ersten Schluck, aschte er erstmal in die Dose. Aber wir haben Prominenz getroffen, die insbesondere den geschätzten Lesern aus Calivoerdia, speziell Hackstadt, ein Begriff sein dürfte. Wir trafen die Carmen Wunder von Büsum, nur... noch langsamer... Also wenn ich mich über die Geschwindigkeit von Aldi-Kassenkräften beschwere, diese Dame war selbst mir zu langsam... unglaublich. Fazit jedenfalls, die deutsche Nordseeküste ist bis zum Abwinken erschlossen, in allen Formen, Farben und Varianten. Ganze Straßenzüge, die bei uns die Heimeligkeit von vertrauter Wohnbebauung hegen, sind dort zu Pensionen, Appartements und Ferienwohnungen umgerüstet oder umgewidmet worden. Für meinen Geschmack ist das schon fast ein bisschen viel, wenngleich sich die Idee der Familienlagune "Watt'n Insel" wirklich gut ist und den Grasstrand zum Sandstrand macht. 

1 Kommentar:

  1. Hihi ,sehr schön ,vor allem das mit den kleinen Fischerln :)
    Möcht später die anderen 2 Teile a no nachlesen!

    Lieben Gruß :)

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