Sonntag, 10. August 2014

Dänemark I

Etwas verspätet, aber auf Grund technischer Finessen nicht anders machbar, liefere ich nun mal nach und nach den Urlaubsbericht des Jahres nach... :-)

Es begab sich zu jener Zeit, da Angela, Kanzerlin der deutschen Lande war, dass sich zwei nicht mehr so junge, aber dafür umso gutaussehendere Männer auf den Weg gen Norden machen, den Wikingern und Steinzeitmoorleichen das Fürchten zu lehren. Als die Sonne im Zenit stand und unnachgiebig den Asphalt in den Schlaglöchern kochen ließ, sattelten sie ihre 75 Pferdestärken, die Westentaschen prall gefüllt mit allem, was man für eine lange, beschwerliche Reise so brauchen konnte

Nach wenigen Stunden Fahrt wurde ihre furiose Reise jäh gestoppt. Die Weser stellte sich als ein mächtiger Strom in den Weg, wobei die Menschheit inzwischen auf die Idee gekommen war, doch statt mit aller Macht gegen die Fluten anzukämpfen, den Strom einfach zu unterkellern. Blöderweise wollten noch viele andere Menschlein den Fluss auf dem gleichen Weg passieren. So mussten die beiden Streiter lange und zäh fließend auf eine zügige Weiterfahrt warten. Erst nach gut eineinhalb Stunden Sonnenzeit ging es zum Endspurt. Doch die Zeit wurde knapp. 

In Cuxhaven zeigte sich, dass viele Betreiber ansäßiger Rastplätze schon zeitig zum Abendessen zu Hause sein wollten. Erst in einem etwas verwegenen Eckchen des Städtchens fand die Beiden schließlich Unterkunft. Schnell das neue mobile Heim aus PVC und Polyurethan aufgestellt, die leckeren Verpflegungseinheiten eines vierbuchstabigen Supermarkts aufgerissen, der Abend konnte gemütlich werden. 



Doch die lieben Kleinen der Nachbarn hatten sich das anders gedacht, während die mutigen Helden also tapfer die nicht annährend so schmackhaft aussehende China-Hühnchen-Eintopf-Suppe aus ihren violett-pinken Tellern schaufelten, begann die Bagage fröhlich mit einer Partie "Federball". Leider hatte der Ball die unschöne Eigenschaft, immer mal wieder bei uns zu landen, was uns nicht nur nötigte, zeitweilig das Futtern zu unterbrechen, sondern zudem noch so etwas wie ein Smalltalk zu Stande kommen ließ. Das ließ sich natürlich Mama Nervensäge nicht nehmen, erst jovial lachend auf die bunter Kinderschar hinzuweisen, sondern sich auch Sekt schlürfend uns anzunähren, in der Hoffnung, mal Gesprächspartner zu finden, deren Geschichten sie noch nicht alle schon kennt. 

Der allein reisende Radler von gegenüber, der sich demonstrativ mit den Knöpfen in den Ohren vor seinem Zelt auf die Isomatte gelegt hatte, gewann zumindest meinen wachsenden Respekt. Nachdem die Recken weder auf blöde "Ja, das sind meine Kinder, frech wie immer" oder "Nicht immer den Ball zu den Jungs spielen, die wollen essen" nicht anders als mit Gemeinplätzen reagiert hatten, verschwand Mama und die Kids hatten ein neues Spiel, bei dem die Ballwechsel parallel mit dem Aufsagen von Ein-mal-eins-Reihen einher ging. Nach dem anspruchsvolle Reihen wie Ein-mal-eins, oder Ein-mal-zwei abgehandelt waren und sich niemand an Ein-mal-sieben heranwagte, machte ich den Vorschlag, sich doch einmal mit der Elferreihe zu beschäftigen, wobei ich mich bei Neun-mal-Elf natürlich prompt vertan habe. Endlich gaben die Bälger auf und der Abend wurde ruhig, aber wir sollten erfahren, dass der Platz noch andere Überraschungen fürs uns bereitgehalten hatte.


Insbesondere der ältere Recke hatte sich zuvor auf die Wurzeln seiner aventiuren erinnert und den einzigen Luxus den er sich erlaubt, war eine sich zumindest phasenweiße selbstaufblasende, isolierte Schlafmatte. So wurde noch eine kurze Nasszellenerfrischungskur eingelegt, das Kopfkissen noch fix gerichtet und schon versanken die Herren in tiefem Nachtschlaf, der sich allerdings als nicht ausreichend herausstellen sollte.

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