Donnerstag, 16. Januar 2014

Eine Medienkritik ohne Grundlage

Ich muss mich mal über das TV- Programm der letzten Tage auslassen... der Haken daran, ich habe von den Sendungen, über die ich herziehen will, noch gar nicht gesehen.

Meine Motivation dazu ist schon gescheitert, als ich das erste Mal von den Konzepten bzw. "Ideen" hinter diesen Sendungen gehört habe. Man möge mir jetzt schon eine gewissen Polemik verzeihen!

Fall 1: "Real Cool Runnings"
Klar, wir haben die Kufenkönigin Anni Friesinger alle ins Herz geschlossen. Blond, ein Lächeln von einem Ohrläppchen bis zum anderen. Dazu immer dieser herrlich knappen, knatschengen Ganzkörpersportanzüge, ein rasender Männertraum, ein feuchter Traum auf Kufen. Klar, jede Karriere neigt sich mal dem Ende zu und wieso sollte die Gute mit der bayrischen Zunge sich nicht genauso ins Fernsehen drängen, wie die Ostikone Kati Witt.

Und ja, wir haben auch alle den Film geliebt. "Cool Runnings", der disneybunte Trip aus Afrika direkt bis zu den Olympischen Winterspielen. Eine klassisches Vom-Buschmann-zum-Superstar-Geschichte. Schon da dürfte dem sensiblen Zuschauer aufgefallen sein, dass auch dieser Film nicht ganz frei von rassistischen Motiven ist, in dem sich westliche Kinogänger über diese ahnungslosen Schwarzen amüsieren, wie sie im Frost frieren und Angst vor Schnee haben.

Was damals aber noch in herrlichster Version eines Films daher kam, wo ja gewisse Gedankenspiele weder verboten noch fremd sind, verpackt der Sender vox die ganze Geschichte nun als "Reality-Doku". Nun wurden also tatsächlich vier Schwarze ausgewählt, nach Europa verfrachtet, in hautenge Sportanzüge gequetscht, durch Winter, Frost und Eiskanal samt Kulturschock geschleust.

Ich hatte merkwürdigerweise schon beim ersten Hören dieser Idee schon Bilder im Kopf, von Zoos rund um die 1900er-Jahrhundertwende. Damals hatte man in Europa schon seit mehreren hundert Jahren "Wilde" ausgestellt wie heute Tiere. In meinen Augen ist diese Sendung nichts anderes. Peinlich, und dankenswerterweise scheinen das die Zuschauer auch so zu sehen, denn die Quoten sollen nach der ersten Sendung unterirdisch gewesen sein.

Fall 2:

Wer wünscht sich das nicht? Man bewerbe sich, erreiche die Gunst der Zuschauer und prompt werden auf das eigene Konto eine Millionen Euro überwiesen? Saugute Idee! Blöd nur, dass die Damen und Herren von ProSieben die Sache etwas anders sahen. Schließlich sollte es für eine Millionen Euro nicht ausreichen, einfach nur sympathisch zu sein oder gar das Geld dringend und gut gebrauchen zu können.

So haben sich in den letzten Monaten also geldgeile Saftsäcke und -säckinnen bei dem Fernsehsender beworben, werben mit mehr oder minder großartigen Fähigkeiten oder Aktionen für sich. Soweit ich das mitbekommen habe, werben Manche, dass sie waghalsige Stunts vollbringen, Andere lassen die Muskelnspielen.

Komischerweise habe ich auch hier direkt einen Film vor Augen gehabt. Die Wenigsten werden sich daran erinnern, weil man solche Filme heute kaum noch sehen kann. Bei Gelegenheit vielleicht mal in die Videothek, oder mal einen guten Film herunterladen. "Das Millionenspiel" aus dem Jahre 1970 spielt genau mit diesem Element. Bewerber eine fiktiven Sendung werden von der berüchtigten "Köhlerbande" eine Woche lang gejagt, im wahrsten Sinne. Bei dem siebentägigen "Spiel" auf Leben und Tod winken dem Sieger "eine Millionen D-Mark".

Bezeichnend ist, dass die Kandidaten hier zwar auch die Zuschauersympathie erlangen, es aber den Zuschauern mindestens genauso gefällt, wenn der Kandidat dann letztendlich doch stirbt. Diese Perversität spüre ich leider auch bei dieser "Millionärswahl". Auch ungesehen für mich einfach uninteressant...

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