Mittwoch, 30. Oktober 2013

Musikalisches

Ist zwar schon ein paar Tage her, aber am vergangenen Donnerstag war ich zum ersten Mal im wunderschönen Druckluft in Oberhausen zu Gast. Das durchaus als alternativ einzuschätzende Jugend- und Kulturzentrum besticht nicht nur durch gute Verkehrsanbindung, weil es in unmittelbarer Nähe zum Oberhausener Hauptbahnhof liegt. Spätestens nach dem Gang auf die Toilette breitete sich eine wohlige Wärme in mir aus. Nein, nicht weil ich mir in die Hose gepinkelt habe, sondern weil der oft so trist-weiße Abort über und über mit diversesten, bunten Spuckis und Aufklebern verziert war. Hätte gerne ein Bild gemacht, aber das hätten die anderen Nutzer wohl nicht so gut gefunden.

Jedenfalls bin ich auf den letzten Drücker oder besser, auf den ersten Ton, angekommen. Auf der Bühne die Jungs von Love A, deren zweites Album ich in den letzten Wochen und Monaten so ziemlich rauf und runter gehört habe. Die mitunter auf der Scheibe etwas quietschende Stimme des Sängers wirkte auf der Bühne keineswegs quietschig. Eine gute Mischung aus alten und neuen Songs hätte den Auftritt der Herren durchaus grandios werden lassen können, wenn... ja, wenn nicht irgendwann einfach das Mischpult abgekackt wäre. So blieb Love A nur ein halbes Set, und als sich die Missttechnik auch nicht wieder starten ließ, das Ende eines Vorband-Auftritts, zu meinem Leidwesen. Schließlich hatte ich mir die Karte für den Abend vor allem wegen Love A gekauft.

Nach einer weiteren Dreiviertelstunde Umbaupause, mit Reorganisation eines Mischpults und der entsprechenden Verkabelung, war das Feld dann für die bekannteren Herren von Jupiter Jones bereitet. Ich muss dazu sagen, dass ich die Musik der Herren aus der Eifel durchaus schon vor "Still" kannte und es mit der Hitsingle im Grunde genauso empfunden habe, wie der Sänger es nachher auch formulierte, dass die Band mit dem Schritt zum Majorlabel und der Weichspülersingle ihre Seele verkauft habe. Umso erfreulicher war es, dass die Band nahezu jeden Weichzeichner wegließ und im vollen Galopp durch die eigene Diskographie galoppierten. Darunter auch einige Titel von der neuen Scheibe, aber auch von den Vorgängern, gerne auch mit der vormals raueren Gangart. Es zeigte sich jedenfalls für mich als JJ-Live-Jungfrau recht schnell, dass die Band live vor allem wegen ihres Sängers funktioniert. Es tat in der Tat gut, zu sehen, dass der junge Mann, zu meinem Leidwesen deutlich abgespeckter als in meiner Erinnerung (Wie hat der das ur geschafft?), den Gesang zu einem Fitnessprogramm machte. Anders ist das abgehetzte, atemlose Zwischengerede nicht zu erklären (Sollte ich also auch eine Band gründen?). Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, dass ich bei "Still" nach Hause gehe. Nur wäre das schon nach einer halben Stunde der Fall gewesen und ich hätte ein spontanes "Wir sind ja nicht Metallica" verpasst, weil der Computer am Keyboard (Was es alles gibt!?) abgestürzt war. Dennoch war schon nach eineinhalb Stunden Schluss, was ich, bei allem Respekt für die kleine Club-Tour vor der großen Hallen-Tour, schon ein wenig enttäuschend fand, was aber den guten Eindruck des Konzerts nur ein wenig schmälerte.

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