Montag, 21. Oktober 2013

Anspruch und Wirklichkeit

Am Wochenende habe ich mir mal wieder die Partie meines Lieblingsvereins reingetan. Das Gute zuerst, es gab einen Punkt im Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken. Das Schlechte am Ergebnis von 3:3 ist allerdings, dass der ruhmreiche MSV schon 2:0 und 3:2 geführt hat. Klar, es heißt immer, dass man eine Zweitoreführung nicht mehr abgeben darf und so. Doch spätestens jetzt dürfte allen Stadionbesuchern klar sein, dass die Mannschaft in Liga Drei angekommen ist.

Im Gegensatz zu den Ligen darüber, wo es klare Favoriten und eine Teilung zwischen oben und unten gibt, gilt in Liga Drei, dass an jedem Wochenende alles möglich ist. Da kann man eben auch mal schnell gegen blitzsauber konternde Saarbrücker innerhalb von sechs Minuten den Ausgleich bekommen. Da wird man durch einen knallharten Fernschuss um zwei Punkte gebracht. Entscheidender ist allerdings, dass der MSV in Halbzeit Zwei aufgehört hat Fußball zu spielen. Der Aufwand bis zur Führung war groß, aber beeindruckend. Druckvolles Spiel nach vorne mit zahlreichen Chancen, aber leider auch eine mitunter sehr löchrige Abwehr, wo weder Feisthammel noch Bollmann wirklich überzeugen konnten und Kühne auf links ist auch noch keine wirkliche Erfindung. Aber sei es drum.

Der Kern ist allerdings, dass es eben in Duisburg auch schnell von himmelhochjauchzend zu Tode betrübt geht. Wird die Mannschaft in Halbzeit eins noch abgefeiert für ihre Leistungen, mischten sich in die Enttäuschung über den Ausgleich aber auch direkt wieder die üblichen und wohl bekannten Meckereien. Aber mal ganz ehrlich, liebe Zebra-Gemeinde, was habt ihr denn erwartet? Irgendwann musste sich die mangelnde Vorbereitung niederschlagen, musste klar werden, dass die Mannschaft zwar talentiert ist, aber zum Teil auch noch sehr jung, oder sehr alt. Und ihr habt doch nicht ernsthaft damit gerechnet, dass der MSV direkt wieder aufsteigt!? Das wäre und bleibt utopisch, auch wenn Trainer Karsten Baumann unter der Woche noch Öl in die Aufstiegsflämmchen gegossen hat. Meine Bitte an alle, bleibt entspannt, absteigen werden wir wohl nicht, aber der Aufstieg wird auch ohne uns ausgespielt.

Eine Bemerkung noch zum Schluss zu den schwelenden Grabenkämpfen zwischen Teilen der Duisburger Anhängerschaft. Überall wird gepredigt, dass Stadien eigentlich ein politischer Freiraum wären. Spätestens seit 12/12 wissen wir, dass das nicht so ist. Und wenn man Kampagnen-Tagen, wo sich der Verein mit einer Aktionswoche für Toleranz und gegen Diskriminierung ausspricht, es zu Diskussionen und Zusammenstößen zwischen Fanlagern kommt, sollte man auf Vereinsseite mal überlegen, was da schief gelaufen ist. Eine Choreo wie der Düsseldoofer in der Audistadt am Wochenende, wäre in Duisburg nicht möglich, weil hier rassistische und faschistische Bemerkungen über "Neger" in gegnerischen Mannschaften und der eigenen zum großen Teil toleriert werden. Kein Wunder, wer lässt sich schon gerne vermöbeln, wenn man Unbeirrbare auf ihre hirnlosen Bemerkungen anspricht!? Toleranz und Akzeptanz lassen sich im Stadion nicht durch Kampagnen erreichen und wenn schon politisch, dann lieber Antifa-Banner in der Kurve als eine Glatzenparade...

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