Mittwoch, 11. Juli 2012

Tour du Nord - Tage zwei und drei

So, zwei Tage sind inzwischen rum. Ich bin seit zwei Tagen in Malmö gelandet. Mitten auf einem Deluxe-Campingplatz, was sich auch im Preis pro Übernachtung bemerkbar gemacht hat.

Eigentlich war ja angedacht, dass ich nach dem Stopp in Schleswig bis Nyborg in Dänemark einkehren wollte. Bis Odense waren es ja nur knapp 160 Kilometer, geplant war, einen Stadtbummel zu machen und dann auf den Camper. Am nächsten Tag dann auf dem Weg nach Schweden in Kopenhagen einkehren und dann mal gucken. Aber, nachdem ich die Route Nationale von der Autobahn nach Odense gefahren bin, musste ich feststellen, dass die dänischen Städte nicht dafür gemacht sind, sie mit einem Wohnmobil zu besichtigen. Nach einer guten halben Stunde durch wirklich malerische Gassen, die zu Fuß zu erkunden sicher noch mehr Spaß gemacht hätte, habe ich die Suche nach einem Parkplatz aufgegeben. Zugegen, lag auch an mir, ein paar dänische Kronen mitzunehmen. Aber die Volksbank-Hauptstelle in Schleswig konnte oder wollte das nicht, wer weiß. Also hatte ich die Möglichkeit, noch 30 Kilometer zu fahren oder noch 170 und dann schon in Schweden zu sein.

Also, wie hieß es so schön, „hit se roood“. Allerdings stellte sich die Reise weiter gen Osten als ein kostspieliges Vergnügen heraus. Erst ging es über die große Brücke am großen Belt. Was soll ich sagen, was ein Stück Architektur. Ein Riesending von Brücke, was mit dem Wohnmobil dank des Windes schon sehr beeindruckend war, vor allem die Höhe und die unweigerlich aufkommende Vorstellung, wie lange und tief man hier fallen würde. Der Spaß kostete dann auch einen Schleifen Kohle, genauer 685 dänische Kronen. Also weiter in Richtung Kopenhagen. Die Stadt links liegen lassen, und mit ihr auch die Meerjungfrau (*snief*).  Fehlte nur noch die Überfahrt über den Örensund. Wenn es denn eine Überfahrt gewesen wäre. Kurz nach dem monumentalen Flughafen Kopenhagen, wirklich ein Riesending, ging es erstmal in einen Tunnel unter den Öresund. Gefühlt bin ich cirka zwei Kilometer bergab gefahren, dann ging es langsam wieder bergauf und direkt auf die nächste Brücke. Nicht weniger eindrucksvoll als die über die großen Belt, aber nicht ganz so groß. Aber immerhin hat diese Brücke zwischen Dänemark und Schweden es schon in ein Mini-Krimi-Reihe geschafft, die aktuell auf einem der Sparten-Sender der öffentlich-rechtlichen Sender läuft. Der Titel der Reihe, man wird ganz wahnsinnig bei soviel Zufall: „Die Brücke“.

Nach einem kleinen Umweg über eine Müllentsorgungsanlage, und ich habe mich noch gewundert, wieso mich alle anderen so merkwürdig angesehen haben, habe ich den Campingplatz „First Camp Malmö“ (www.firstcamp.se/malmocamping) gefunden. Die Englisch-Kenntnisse mal aufgefrischt und ab in die Rezeption. Scheine auf die Theke gelegt, Karten (!) in Empfang genommen und Platz gesucht.

Karten gibt es hier für alles. Erstmal musste ich eine Skandinavian Camping Card kaufen, das ist hier beim ersten Besuch auf einem Campingplatz in Schweden Pflicht. Dann gibt es eine Magnetkarte, mit der man an der Einfahrtsschranke passieren kann. Und dann noch eine Duschkarte, auf die man vorher erst Duscheinheiten drauf laden muss. „I guess, I will take three showers in the next days!“ In diesem Jahr haben die Menschen hier ein neues Sanitärhaus eingeweiht, und was soll ich sagen, ein Knaller: Die Toiletten sind größer als unsere Gästetoilette, Schön dunkelbraun-melierte Fliesen auf dem Boden, weiße Wand-Fliesen, ein bequemes Örtchen und Designer Waschtische, dazu Seife, Papiertrockentücher, wirklich gut. Die Dusche sind wahre Dusch-Paläste, die größsten, die ich bisher kennengelernt habe. Die Bank, zum Klamotten ablegen ist so lang, dass man da locker drauf ratzen könnte. Dazu gibt es eine Regenschauerdusche, und eine umschaltbare Handdusche, für die Unterbodenwäsche, einziges Manko: es gibt nur einen Duschvorhang.

Dann endlich ging es zeitig ist Bett, nicht ohne den Hund vorher bewegt zu haben und die Örensund-Brücke im abendlich grauen Licht photographiert zu haben. Leider wurde die Nacht etwas unruhig. Denn zu meinem Entsetzen musste ich feststellten, dass es leider durch die obere, vordere Luke hineintropft. Blöd nur, dass ich direkt darunter liege. Bis jetzt, tropfe es rein, sprich, es wird Zeit, dass der Regen aufhört. Inzwischen ist es auch seit einigen Stunden trocken, aber noch tröpfelt es in die Auffangschale. Wird schon gehen...

 Nachdem es gegen 12 besser wurde, bin ich mit dem Hund noch mal zur Örendsund-Brücken-Aussichtsplattform. Aber die Brücke lag heute vollkommen im Nebel. Ansonsten war es heute wirklich sonnig, nachdem es dann mal aufgehört hatte. So sind der Hund und ich noch eine Runde über einen riesigen Hundeplatz, der allerdings leider nicht eingezäunt war und von da cirka zwei Kilometer (?) zum Supermarkt. Brot kaufen, Salat und Vitamine und sowas. Habe ein "BBQ Oil" entdeckt und direkt gekauft. Wieso habe ich nochmal keinen Grill mit? Hier haben alle Grills angehabt, als ich gestern hier gelandet bin.

Die schwedische Familie von gegenüber hat dann abends direkt mal leckere, gebeizte Lachsfilets aufgelegt, auf so eine Grillplatten-Wanne, irres Teil. Roch' ja gar nicht lecker! Ich hatte dann wieder mal Gnochi mit Würstchen, darauf wird es wohl in den nächsten Wochen hinauslaufen. Obwohl ich heute gesehen habe, dass Kartoffeln legendär günstig ist. 5 Kronen-Irgendwas für ein Kilo, das kann doch gar nicht!? Da habe ich mich sicher verlesen. Mit wunden Füßen, habe mich am Montagabend etwas unter der Fußsohle verletzt, was das Gehen gerade zeitweilig ein wenig schwer macht, ging es dann wieder zurück. Leberwurst für den Hund und Marmeladenbrot für mich, mit frischen Tomaten!!! Alles natürlich stilecht unter freiem Himmel.

Die Schweden bauen übrigens in den letzten Tagen alle ab, kann das sein, dass die Sommerferien hier schon rum sind!? Wäre krass. Jedenfalls baut die Familie gerade hektisch ab, weil es nach Regen aussieht. Nicht gut, für das Leck. Ich werde mir wohl gleich mal ein paar Kartoffeln braten, mit Zwiebeln und dazu, aufpassen: Salat!

Und hier nun ein paar Eindrücke aus Sverige, und auch ein wenig Schleswig...
Ach so, und Emails sind in der Einsamkeit natürlich immer willkommen... :)




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