Samstag, 14. Juli 2012

Tour du Nord - Tag Fünf und Sechs

Womit hatte ich auch gerechnet!? So naiv, der kleine Höhlenmensch. Aber pünktlich um 9:38 Uhr ging das Geknatter los. Kein Wunder, ich hatte mein Nachtlager an einer Motorcrossstrecke ausgeschlagen. Gut nur, dass ich dann schon beim Kaffee saß und genüsslich frühstückte. Nach der Dusche in der erfreulich sauberen Sanitäreinrichtung am Vorabend konnte es also los gehen. Auf gen Norje Boke, das neue Ziel nordöstlich von Sölvesborg und zwanzig Kilometer von Kristianstad.

Doch da der Weg mitunter ja schon das Ziel ist, überraschte mich der Freitag, der 13., nicht in der sprichwörtlichen Weise. Denn schon nach meinem ersten Tankstopp in Schweden an einer unbemannten Tankstelle, wieso auch immer nur 27,55 Liter in den Tank gingen, griff der große Lenker ein. Oder wer, wen, oder was ihr für Eingriffe verantwortlich macht. Jedenfalls war die von Navi geplante Route gesperrt wegen eines Unfalls oder Ähnlichem. Also runter von der Schnellstraße, auf kleinere Nebenstraßen ausgewichen, die mich über Umwege in das kleine Küstenörtchen Kivik führte.

Zur besten Mittagszeit legte ich also eine Pause ein. Hund an die Leine und los. Natürlich immer artig drauf achten, dass der Hund nicht auf den Strand kackt und sowas. So kam es, dass ich bei strahlendem Sonnenschein nicht nur am Sandstrand entlang lief, sondern sogar mit den Füßen durch das Wasser waten konnte. Was, zugegeben, ziemlich kalt war. Nach einigen Schritten bin ich an einen alten Bunker gekommen, der fast in den Ruinen versteckt war. Ein perfekter Platz für ein Sonnenbad. Da habe ich dann einfach nur rumgelegen, saugut. Nach gut zwei Stunden und einem Einkauf im ICA Piraten in Kivik, endlich mit Gurken, Senf und einem Paket Rundknäcke, ging es dann weiter. On the road again in sunshine.

Nach gut einer Dreiviertelstunde war ich in Norje Boke, nachdem ich zuvor an Kristianstad und Sölvesborg vorbeigefahren bin und mein erstes „Achtung, querende Elche!“ gesehen habe. Leider habe ich bisher keinen lebendigen Elch gesehen, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es vielleicht doch noch was wird. Der Platz ist jedenfalls sehr schön. Habe einen Platz mit Blick auf eine herrliche Ostseebucht mit dem eingängigen Namen, Pukaviksbukten. Eine Badestelle liegt knappe 100 Meter von meiner Wohnmobiltüre entfernt und an der Einfahrt zum Park gab es einen „Swedish Rock Shop“, den ich mir morgen mal ansehen werde.

Habe direkt die Campingstühle ausgepackt und mich erstmal in die Sonne gefläzt. Was eine Hitze! Leider war es doch ein wenig zu windig, sonst hätte ich direkt die Markisse ausgefahren. So musste ich mich echt mit Sonnenmilch einschmieren, und das zum Kartoffeln schälen... furchtbar...

Nach dem Essen wollte ich dann mal das Projekt „Internet“ hier ausprobieren. Das hat sich aber nachher nicht so erfolgreich herausgestellt. Zu teuer und zu unsicher, da werde ich wohl auch mein Netz nutzen können, was nicht weniger teuer sein dürfte und zum Email-Schreiben und -Empfangen dürfte es reichen. Ich werde das mal testen... :)

So, ich bin müde, ich geh gleich mal ratzen, wenn ich nicht noch 5 Kronen zum Duschen finden sollte...

Zum heutigen Samstag lässt sich ein doppeltes Fazit ziehen!

1. Den Tag gut genutzt!
2. Nicht viel gemacht!

Das passt insofern, dass ich heute Vormittag/ Mittag mal zwei Stunden durch die Umgebung marschiert bin. Zum See, zum kleinen Boot-Klub, über das Festivalgelände des Sweden Rock Festivals, dass bereits im Juni war und mich hat Motörhead, Mörtley Crue und Soundgarden haben verpassen lassen. Wie das nun alles zusammenpasst, sollen die Schweden dem Jan mal erklären. Passt aber, dass ich natürlich am Dienstag bereits Roskilde passiert hatte, wo am Wochenende davor das Mega-Openair in Dänemark stattgefunden hatte. Blöderweise hatte heute natürlich der Sweden Rock Shop zu. Also keine schwarze Kutte für die Fahrt ins Landesinnere.

Kaum waren wir wieder zurück am Mobil, wollte ich es mir mal bequem auf den Campingstühlen machen, fing es an zu regnen. Somit habe ich den Tag im Inneren mit Lesen und Schlafen verbracht. Gerade köchelt der Lidl-Nudeltopf und der Salat wartet auf Verzehr. Es sieht aus, als würde es gleich wieder aufhören mit dem Regen. Stellt sich nur die schwere Frage, wohin geht es morgen!? Weiter Richtung Osten, vielleicht noch nach Öland!? Oder doch in Landesinnere, Växjö, Tingssryd, Seen und Meer und vielleicht mal Elche gucken!?

Nachdem Nudeltopf und vor allem einem wahren Spülmarathon nach drei Tagen ohne Küchendienst, wird es mich wohl weiter nach Norden verschlagen. Der Plan sieht vor, morgen in Karlshamn einen Stopp zu machen, um auch mal den kulturellen Teil oder Seightseeing gemacht zu haben. Kann ja nicht immer nur hier rumhängen. Ich befürchte, ich muss einfach auch mal unter Menschen, so fern das in einem Land geht, wo ich bis auf „Tak!“ nichts von der Sprache verstehe... :-D Außerdem muss ich mal einen Laden oder eine Post finden, wo ich nicht nur annehmbare Karten, sondern auch Briefmarken und einen Postkasten finde. Aber „Auld Lang Syne“ von den Me First And The Gimme Gimmes machen gerade Laune...

1 Kommentar:

  1. Ich schnall ab, wenn du tatsächlich einen Elch sehen solltest:)

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