Montag, 16. Juli 2012

Tour du Nord - Tag acht

Meine Fresse, was bin ich ko! Ich wollte eigentlich nur ein wenig Wandern, zum Ergebnis gab es eine Runde um den Tiken, den See in Tingsryd. Das war auch eine gute Runde, die allerdings damit angefangen hat, dass ich tatsächlich nicht wirklich am See entlang gehen konnte. Ich musste immer mal wieder auf die Straße ausweichen. Das war insofern okay, weil hier nur geschätzte alle zehn Minuten ein Auto vorbeikommt. Und es war natürlich wie im Film. Eine leere Straße, dazu ab und an ein Auto, und noch seltener ein paar Häuser, natürlich in rot gestrichen mit weißen Fensterläden und Simsen und so.

Nach gut zwei Stunden ging es dann endlich von der Straße wieder ab. Ab in den Wald und was soll ich sagen? Ich habe eine flüchtendes Dammwild gesehen, Walderdbeeren gepflückt, Himbeeren genascht, Blaubeeren gefuttert und sogar eine Schlange gesehen. Eine echte, schwarze Schlange, die sind leider zu schnell ins Gebüsch verzog, als dass ich sie hätte ablichten können.

Leider zeigte sich zu allem Überfluss das Wetter heute mal gönnerisch und präsentierte alles, was es so kann. Zum Start war es noch leidlich sonnig, allerdings mit einem kühlen Wind, so dass ich ohnehin auf die kurze Hose verzichtet habe. Nach gut einer Stunde fing es dann an zu regnen, ein kleiner, fieser Nieselregen, im Stile von norddeutschem „Schiet-Wetter“. Gerade als Sparky irgendein Tier aufgestöbert hatte, was laut krachend durch das Unterholz flüchtete, fing es dann richtig an mit dem Regen. Daher gibt es heute auch nur sehr wenige Bilder, weil die Kamera immer im Rucksack war, um wenigstens ein wenig Regen geschützt zu sein.

Bis zum Nachmittag ging es dann in dem Wechsel weiter. Mal sonnige Abschnitte, mal Regen, genau wie der Wald. Mal nur Kiefern soweit das Auge blickte, eine halbe Stunde später dann feinster Mischwald. Am nördlichen Ende des Sees gibt es so etwas wie eine alte Siedlung, Stefors, hieß die wohl. Dort haben vor mehr als 500 Jahren die Menschen Eisenerz gewonnen. Im Laufe der Zeit wuchs die Siedlung und die Häuser zu einem kleinen Ort. Im 19. Jahrhundert wurde das Eisen schmelzen zu unattraktiv und man sattelte auf Holzwirtschaft um. Doch in den 1940er Jahren wurde die Siedlung nach und nach verlassen und ist heute nicht mehr zu erkennen.

Kurz vor Tingsryd, vielleicht zwei Kilometer vom Supermarkt, gibt es einen Angelverein. Dort habe ich endlich mal zehn Minuten in der Sonne mitten auf einem Steg eine längere Pause ohne Regen machen können. Da es auf dem Weg lag, habe ich direkt noch einmal eingekauft, denn morgen will ich ja auch frühstücken.

Nach gut fünfeinhalb Stunden und knapp 19 km war ich dann wieder hier. Ergebnis: eine große Blase an der Ferse des rechten Fußes, weil ich den Fehler gemacht habe, zwischendurch den Schuh zu lockern. Ansonsten bin ich nun frisch geduscht und satt und denke, dass ich schnell und gut schlafen werden. Allerdings muss ich erst noch das Geschirr der letzten drei Tage spülen, damit ich dann morgen auch zeitig loskomme in Richtung Nordwesten, genauer Värnamo soll es dann sein, nicht ohne vorher nach Möglichkeit in Växjö Station gemacht zu haben.

So, meine lieben Töpfe und Tassen und Teller... ich komme...


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