Montag, 9. Juli 2012

Tour du Nord - Tag 1

So, und schon ist er beinahe rum, der erste Tag meines relativ spontanen Urlaubs im Norden. Heute Morgen bin ich sogar recht zeitig aus dem Bett gekommen und überraschend schnell fertig mit allem gewesen. Also den winzigen Kleinigkeiten, die noch gefehlt haben, wie Bettzeug und sowas.
Um 9 Uhr bin ich dann los. Erst noch "schnell" mit dem Wohnmobil zum Bäcker, Backwaren kaufen.

Elegant auf dem Seitenstreifen geparkt und raus aus dem Wagen, eingekauft, wieder rein in dern Wagen, und es hätte los gehen können. Stattdessen sah ich mich zugeparkt von einem goldenen Riesen-Benz. Am Steuer, das konnte ich durch die Heckscheibe mit schwellenden Halsschlagadern feststellen, ein Herr im Alter meines Oppas, also auf dem Weg zur 80. Elegant schälte er sich in zwei Minuten aus dem Auto, die Beine machen es wohl nicht mehr so sehr. Inzwischen hatte ich den Motor angelassen und hatte deutlich zu erkennen gegeben, dass ich schon ganz gern weiterfahren würde. Pustekuchen! Schultern angehoben, die Arme gleich mit, bzw. nur ein Arm, mit dem anderen musste der "rüstige" Langzeitrentner sich am Auto festhalten, um nicht um zufallen, gab der Mann mit silber-goldener Tropfenbrille zu verstehen, dass ich dann wohl mal zurücksetzen müsse.

Da ich mir aber vorgenommen hatte, mich nicht stressen zu lassen während meines Urlaub, ließ ich den Mann gewähren, sackte nicht die Prämie für das Herbeiführen einer Rentenkassen-Emtlastung ein, und fuhr weiter. Der Plan, mich nicht aufzuregen, sollte im Laufe des Tages nochmal zum tragen kommen.

Los ging die Reise. B 58, A 43, A 1, A 200irgendwas und A 7. Vorbei an Essen, nein, nicht dem Essen, dem anderen, Münster, Osnabrück, Ibbenbüren, Bremen, Delmenhorst (Na, wer kommt noch gleich von da? Tipp: Brüh' im Lichte...), Hamburg, Kiel und nach Kiel wurde es mir dann zu bunt. Die Stunde Mittag kurz vor HH war zwar gut, aber auch nicht wirklich entspannt und ich habe ja Urlaub. Also suchte ich mir einen Campingplatz vor Flensburg aus dem Camping-Führer vom Herrn Bruder.

"Wiking Camping Haitahbu", hieß der Laden. Klang gut, aber das einzig Wikingerige ist, dass auf der anderen Straßenseite ein Wikinger-Museum ist. Ansonsten liegt der Platz ganz nett, direkt an der Schlei, dem OstseeFjordSchlei, wie es hier in Schleswig, was direkt auf der anderen Seite liegt, heißt. Jedenfalls war weder die Frau im Campingplatz-Kiosk ("Da müssen se durche Schranke und dann da anne Anmeldung!"), noch die Rezeptionsfrau ("Macht 20 Euro, suchen se sich ma nen Platz, aber parken sie senkrecht zu Weg!") noch der Büro-Mann ("Duschmarken? Hier! 50 Cent!") besonders freundlich, obwohl ich eine Ausgeburt der Freundlichkeit war. Nun denn, Platz gesucht, senkrecht zum Weg geparkt, Strom angeschlosse und da der Hund gute 6 Stunden im Auto rumlungern musste, ging es dann erstmal auf eine Runde.

Eigentlich hatte ich mir eine Stunde als Limit gesetzt. Am Ende waren es gute zweieinhalb, dafür war ich rund um den Wikinger-Turm, ein Hochhaus, was nicht mal annährend irgendwas Nordisches hat, außer vielleicht den blau-weißen Anstrich wie es auch in der finnischen Fahne zu finden ist. Weiter zum Schloss Gottorf, einem imposanten Bauwerk, was wohl Landesmuseum, Veranstaltungsort und gute Stube der Stadt ist. Bei Sonnenschein sicher ein Vergnügen! Genau wie der Weg entlang der Schlei bis zum Dom. Grün, verkehrsberuhigt und brandneu angelegt, sehr gut. Bis auf den Hund, der irgendwann voller Elan in den miffigen Wassergraben sprang, weil er die Enten erwischen wollte, die dort herumschwammen. Wie gut, dass es regnete.

Wieder zurück erstmal raus aus den nassen Klamotten und was gekocht. Nun geht es gleich noch unter die Dusche (Oder doch einfach nur in den Regen stellen?) und morgen geht es dann wahrscheinlich weiter nach Odense und Nyborg. Hoffe, auf dem Campingplatz mit Blick auf die Örensund-Brücke gibt es morgen noch freie Plätze...

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