Dienstag, 17. Juli 2012

Tour du Nord - der neunte Tag

Heute war der Tag mit den schönsten Reisekilometer auf meiner Reise. Am frühen Morgen, der Hund wollte um sieben Uhr partout nicht mehr ratzen, habe ich mein Frühstück gemacht, den Wuffi bewegt und dann wieder mal angefangen zusammen zu packen. Um kurz vor zehn war ich dann auch soweit. Noch schnell den Abwassertank leeren, Frischwasser nachfüllen und zur Rezeption. Einen amtlichen, aber nicht übertriebenen Batzen Geld auf den Tresen gelegt und schnell noch im ICA Tingsryd ein Vierer-Paket Lachsfilet gekauft, nachdem ich festgestellt hatte, dass der bordeigene Kühlschrank sogar über den Luxus eines kleinen Tiefkühlfachs verfügt.

Erstmal sollte es nach Växjö gehen, wieso wusste ich auch nicht mehr genau, ich meinte, dass ich da mal vor 15 Jahren mit einer Jugendgruppe hingefahren war. Doch schon auf der Fahrt machte sich die Wanderung des Vortages wieder bemerkbar. Schmerzen am ganzen Körper, verschnupfte Nase, Müdigkeit, so sank meine Begeisterung für einen Stadtbummel ziemlich. In Växjö war sie nach 15 Minuten Parkplatzsuche mit dem Schiff dann vollends vorbei. Aber für Älmhult, meinem eigentlich auserkorenem Ziel für heute, war es mit halb eins definitiv zu früh. Also suchte ich im Campingführer nach einer Alternative.

Dazu muss ich sagen, dass ich ja eigentlich geplant hatte, zum Abschluss der Reise mit der Fähre von Göteborg nach Kiel zu fahren, einmal noch das Kategat zum Abschluss. Doch bei der gestrigen Recherche ergab sich, dass keineswegs sicher ist, dass ich auch wirklich nach Hause gekommen wäre. Denn mit Hund muss man definitiv eine Haustierkabine buchen, weil die Fahrt von Göteborg nach Kiel abends um 19 Uhr los gehen würde. Allein die Fahrt mit dem Mobil und mir hätte schon 255 € gekostet, glaube ich. Da ich aber eine Haustierkabine buchen müsste, wären da nochmal 125 € drauf gekommen. Daraufhin habe ich beschlossen, auch wieder zurück zufahren. Das Spritgeld hätte ich ja ohnehin ausgegeben. Das bedeutete aber auch, dass ich ja nicht mehr unbedingt noch weiter in Richtung Norden, Höhe Göteborg fahren muss. Dennoch fiel die Wahl auf Örby, einem kleinen Ort in der Gemeinde Kinna.

Das Navi wollte mich natürlich einmal quer über die Schnellstraßen führen. Nun wusste ich aber, dass zwischen durch einige tolle Seen kommen werden, an denen ich dann einfach vorbeigefahren wäre. Also bog ich in Richtung Ljungby ab. Natürlich war die Straße deutlich schmaler, dafür ging es herrlichst bergauf und bergab, links Kurven, rechts Kurven. Nach jeder Kehre bot sich mit ein neues Bild, neues Landschaften, Wälder, Bäume, Seen, es war super. Immer wieder gab es kleine Parkplätze und Aussichtsstellen. Am besten war es aber, als ich zum Bolmen gefahren bin. Mitten in dem großen See gibt es eine große Insel. Schon die Fahrt auf die Insel war spektakulär, nur eine schmale Straße, links und rechts Wasser. Auf der Insel ging es erst eine Weile am östlichen Ufer der Insel entlang, dann bog die Straße nach Westen ab Bolmsö. Dort gab es eine kleine Fähre, die mich an das westliche Ufer des Sees übersetzte. Richtig gut. Auf Schnellstraßen ging es dann 90 Kilometer weiter in Richtung Nordwesten nach Örby.

Was soll ich sagen, ich habe wieder einen Stellplatz direkt mit Blick auf den See und ich habe gerade schon mit dem Hund am Strand getobt und war im Ort und habe mir die Kirche bzw. von außen angesehen. Habe den gekauften Lachs mariniert und eine Testessens-Reihe zu schwedischen Besonderheiten gemacht. Nach den „Smörgasgurka“, die schon für gut befunden worden sind, gab es heute morgen schon „Leverpastej“ und zum Snack vor dem Lachs noch „Matjes Sill“. Die Schweden mögen es offensichtlich etwas süßer. Denn der „Senap“ ist nicht wirklich scharf, die Leberpastete auch eher süßlich und die Matjes, also wer sich auf sauer-salzig eingelegten Fisch gefreut hatte, wurde eines besseren belehrt. Aber die Mischung aus süßlichem Fisch, der nach meinen Geschmacksnerven etwas von Zimt hatte, war durchaus genießbar. Der Knaller war aber Lachs. Mariniert mit dem neuen BBQ-Öl krönte den Tag. Lecker, lecker, lecker... geht wahrscheinlich nur noch auf dem Grill besser. Aber ich werde ja auch mal wieder zu Hause sein...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen