Donnerstag, 2. Februar 2012

Früher. Über die geschmackliche Verklärung der Vergangenheit

Jippie, heute mal eine lange Überschrift und nur ein kurzer Text. Klingt einfach besser. Aber mal ehrlich, kennt ihr das? Als Kind hat man irgendeine Süßigkeit geliebt, verehrt, hätte sein Lieblings-Spielzeugauto und den Blutsbruder der Indianerbande dafür geopfert!? Nicht!?

Also bei mir gab es ja nie viel zu naschen. Das harte Los eines Lehrerkindes eben. Aber ich hatte ja Freunde mit coolen Eltern (ohnehin sind eh andere Eltern immer die Coolsten, noch so eine Verklärung!), die dann auch mal Kaugummis durften und so. Mein all-time-favorite in dieser Kategorie war HubbaBubba Apfel. Allein beim Gedanken an den säuerlich-süßen Geschmack, lief mir das Wasser im Mund zusammen. Stundenlang konnte ich darauf rumkauen, bis echt nichts mehr nach Apfel schmeckte. Und Blasen konnte man damit machen, so groß wie Medizinbälle. Atemluftgefüllte Medizinbälle, die beim Platzen ihre klebrig-zähe Haut im ganzen Gesicht verteilten.

Auch nicht mehr das, was sie mal waren...
Vor zwei Tagen war ich nun einkaufen und die Macht der Kassenware hat zugeschlagen. Da lag doch tatsächlich HubbaBubba im Regal, Sorte: Apfel. Ich konnte gar nicht anders, als zugreifen. Noch nicht ganz im Auto hatte ich en ersten Würfel Kaumasse schon zwischen den Zähnen. Die ersten Bissen, der säuerlich-süße Geschmack lässt die Muskel zusammen ziehen, entgegen den meisten anderen Kaugummimarken, war HubbaBubba immer extra weich. So auch dieses Mal. Der Würfel wird nach ein paar Kauern (Gibt es ein Substantiv zu "kauen"?) noch weicher, der Geschmack im ganzen Mund und dann... war es plötzlich vorbei, Der Apfelgeschmack ist weg. Noch kann man mit der elastischen Masse Blasen machen, es platzt ein-, zweimal, dann wird die Masse zäh. Der Zauber ist dahin. Nach fünf Minuten muss ich es ausspucken, weil es einfach nur fies ist. Schade, aber damals waren die irgendwie besser...

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