Freitag, 11. November 2011

Onkel Ramsauer will doch nur das Beste!

Also irgendwie ist diese Woche politisch. Mancher mag sagen, wird auch höchste Zeit, andere werden nun schon genervt auf den "Back"-Button klicken. Sei es drum...

Heute hat mich Onkel Ramsauer, seines Zeichen der Bundesverkehrsminister der politischen Führungsriege unseres Staats mich schon beim morgentlichen Kaffee genervt. Schon vor einigen Wochen geisterte es durch die bundesweiten Printmedien. Verkehrsminister will Helmpflicht für Radfahrer einführen. Zugegeben, keine wirklich schwungvolle Überrschrift, aber heute verlieh Winterreifen-Peter seiner Forderung neuen Nachdruck.

Klar, Helme schützen Radfahrer bei Unfällen, sei es im Straßenverkehr oder beim plumpen Umfallen an der Straßenkreuzung, weil man den Fuß nicht auf den Boden kommt. Aber wieso sollte man in einem freien Land, wie es zumindest ist der Verfassung steht, seine Bürger dazu zwingen, Maßnahmen präventiv ergreifen zu müssen, dass sie im Falle eines Unfalls nur mit Schürfwunden und nicht mit einem Schädelbruch aus einer Gefahrensituation hervorgehen!?

Ganz ehrlich, wahrscheinlich fehlt mir dazu der nötige juristische Sachverstand, der Herr und die Damen Anwälte können da ja ihren Teil zu beisteuern. Aber mir ist diese Forderung und das Festhalten daran schleierhaft. Wenn ein Radfahrer meint, er müsse im Straßenverkehr keinen Helm tragen, und sich dadurch in die Gefahr zu begeben, bei einem Unfall schwerere Verletzungen davon zu tragen, dann soll er doch. Wenn die Mama ihrem Kind aus Fürsorge einen Helm verschreibt, dass soll sie das tun, und im Glauben an das Gute im Menschen, wird sie ihrem Sprössling dann auch erklären, wieso ein Helm wichtig ist. Der modische Aspekt ist heute ja keine Frage mehr.

Gleiches gilt im Übrigen auch für die Anschnallpflicht. Wenn jemand unbedingt bei einem Unfall durch die Windschutzscheibe fliegen will, um dann nach 30 Meterns Flug auf den Asphalt aufzuschlagen und dort sein Leben auszuhauchen, dann bitte. Ich glaube, in einer mündigen Gesellschaft sollte jeder Mensch da Recht haben, seinen Grad und sein Bedürfnis an Sicherheit selbst bestimmen zu können.

Doch dann muss derjenige auch die Konsequenzen tragen. Wer nach einem Unfall schwerverletzt ist und wohlmöglich langfristige Spätfolgen zu ertragen hat, kann dafür weder den Gegenverkehr, den Unfallgegner (zumindest nicht bei dessen nachweislicher Unschuld) oder den Asphalt verantwortlich machen. Jedem steht frei, den Schutz durch Helme oder Sicherheitsgurte in Anspruch zu nehmen, wer es nicht macht, nimmt damit auch das daraus entstandene Risiko in Kauf, schwerer verletzt zu sein als es mit den Schutzmöglichkeiten nötig gewesen sei.

Wem nutzt also die von Onkel Ramsauer vorgeschlagene Helmpflicht!? Richtig! Der Industrie, die dann nämlich jeden Radfahrer in Deutschland, von denen die verantwortungsbewussten Kandidaten ohnehin schon Helme tragen, mit neuem Kopfschmuck ausstatten dürfen. Und wen noch? Genau! Onkel Ramsauer, dessen hehres Ziel es ja ist, mit der Helmpflicht die Zahl der Verkehrstoten um 40% zu reduzieren. Also Autofahren demnächst auch wie Sebastian Vettel!? Das kann ja was werden...

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