Samstag, 29. Oktober 2011

Hanse-Tour, die Tage vier und fünf (verspätet)


Hallo zusammen,

die Tage vier und fünf sind nun auch endlich online, hat leider etwas gedauert, weil der Internet-Zugang in Lübeck-Outer Rimm eher schwierig war.

Am Donnerstag ging es ohne schlechtes Gefühl raus aus Kiel. Nachdem die rudimentären Sanitäreinrichtungen (Öffnungszeiten von 8-11 Uhr und von 15-17 Uhr) am Donnerstagmorgen trotz regulärer Öffnungszeiten wegen eines Rohrbruchs geschlossen blieben. Ungeduscht, den zweiten Tag in Folge, ging es nach Laboe, zum Marine-Ehrenmal.

Ich erinnerte mich, dass ich vor ewigen Zeiten schon mal durch das U-Boot geklettert war. Dieses Mal ging es dann auch zum großen Ehrenmal, das mit diesem Turm, genau. Auf dem Ehrenplatz trafen wir dann direkt mal ein paar MSV-Fans, denen schon die Spatzen von den Dächern gezwitschert hatten, dass der MSV am Freitag wohl einen neuen Traier haben wird. Sie sollten recht behalten.

Durch eine merkwürdige, unterirdische Ehrenhalle und vorbei an den Modellen der Schiffe von den ersten Marineanfängen bis hin zu den aktuellen Schiffen, ging es auf den Turm. Dem Aufzug sei es gedankt, auch recht zügig. Bei leicht diesigem, aber schönem Wetter hatten wir zwar keine sagenhafte Aussicht, aber ließ sich schon gut ins Land schauen. Die beiden Aussichtsplattformen, mal landein-, dann -auswärts fühlten sich auch nicht so hoch an. Als es dann mittels Treppen wieder abwärts ging, wurde mir dann doch etwas anders. Denn das „Treppenhaus“ war frei an eine Turmwand gebaut. Sprich, vom Geländer ging es in die Tiefe. Also habe ich mich tapfer am Geländer festgekrallt und gehofft, nicht zu stolpern. Was war ich froh, als ich unten war!

Nach einem kurzen, seeehr gesunden Fish'n'Chips-Imbiss ging es dann weiter nach Lübeck. Ich sage es mal so, sollte ich irgendwann denjenigen Treffen, der das Gerücht aufgebracht hat, dass es im Norden spiegelglatt und flach ist, der kann sich auf was gefasst machen. Durch die Ausläufer der Holstein'schen Schweiz (da hätte man vielleicht doch stutzig werden können), ging es in die nächste Hansestadt. Kaum auf dem Platz ging es zu einer ersten Stipvisite mit dem Bus in die Stadt. Holsteintor im Abendlicht, Markt, Rathaus und vor allem, rauf auf den Turm der Sankt Petri-Kirche. Sehr schöne Sicht auf die Altstadt und die überraschend große Stadt Lübeck.

Kaum zurück am Platz ging es endlich in die Dusche! Ich sage es mal so, ich habe mich selten so über warmes Wasser in einem eher kühlen Waschraum gefreut wie am Donnerstagabend. Endlich wieder sauber... ab ins Bett..

Dieses Mal gab es Nachts keine tutenden Großfrachter, sondern nur das müde, einschlullende Rauschen der nicht so weit entfernten Autobahn. Heute standen Lübeck Teil II und Wismar auf dem Programm. Auch bei Tageslicht und Sonnenschein macht Lübeck trotz Baustelle am Stadtgraben und der Ministerpräsidenten-Konferenz einiges her. So waren wir dann auch am Buddenbrook-Haus und beim Herrn Grass haben wir auch vorbei gesehen. Etwas enttäuschend war allerdings der Dom, der eher unfertig und lahm aussah.

Ganz im Gegensatz zur Heilig Geist-Kirche in Wismar. Denn in dem winzigen Kirchenraum ist die Decke bemalt mit, natürlich, kirchlichen bzw. biblischen Motiven. Das mag nicht jedermann Geschmack sein, machte aber wenigstens was her. Natürlich haben wir auch Marzipan mitgenommen, musste schließlich sein.

Wismar hingegen überraschte schon auf der Autobahn, ist die Stadt doch zu unserer Überraschung Teil des UNESCO-Welterbes. Und ja, auch Heimat der gleichnamigen Soko-Krimireihe, aber das wussten wir vorher. Schon die Anfahrt war etwas abenteuerlich, weil man mit dem Wohnmobil dann doch nicht unbedingt quer über den Kopfsteinpflaster-Marktplatz fahren sollte. Jedenfalls haben wir dann auch die große Tour gemacht. Die Höhepunkte der Backstein-Gotik innen und außen bewundert, und selbst die erst in den letzten Jahren renovierte Sankt Georgen-Kirche war schöner als der Lübecker Dom.

Böse Zungen werden sagen, in Städten wie Wismar sieht man, wo der „westdeutsche“ Soli-Beitrag hingewandert ist, solche politischen Diskussionen sollen nun mal außen vor bleiben. Die Stadt sah einfach gut aus und lädt und lud zu einem zweiten und dritten Besuch ein. Das frische Fischbrötchen am Alten Hafen schmeckte jedenfalls und die Einkaufsstraße ist weit vom Einheits-Brei westdeutscher Großstädte entfernt. Nicht ohne Charme werden hier Historie und Gegenwart miteinander verbunden. Schön war's!

Zurück ging es wieder nach Lübeck, dieses Mal quer durch die Landschaft und kaum zu glauben, aber wahr, jede Menge Natur und Prärie und Weite. Dazu Wald, und Seen und Felder und und und.

Morgen geht es dann wieder heim... bis dahin...




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