Montag, 21. September 2009

Wählen oder wählen?

Nach diesen eher philosophischen Überlegungen mal etwas Konkretes! Es wird am Wochenende gewählt...! Nein, ich will nun nicht auf den Zug aufspringen, wie Herr Bushido, der den Kids die Atzemusik hören und "Ehy, jetzt geht's ab! Wir feier'n die ganze Nacht!" gröhlen das Wählen erklären will. Die Wahl wählen zu gehen hat schließlich jeder für sich, auch wenn ich der Meinung bin, dass Wählen Bürgerpflicht ist, und wenn man nur in jeden Ankreuzkreis ein witziges Smilie malt, weil man mit Politik mal so gar nichts zu tun haben will.
Für alle anderen, die zumindest ein wenig politisches Veständnis haben und wissen, dass der Bundeskanzler nicht vom Reichkanzler ernannt wird, dem dürfte es wohl in diesen Tagen schwer fallen, eine Wahl zu treffen. So geht es mir jedenfalls. Noch mal schnell nachlesen, was es mit der Erst- und Zweitstimme auf sich hatte. Was will ich, und vor allem meinem Bundestagsabgeordneten als Arbeitsauftrag mit auf den Weg geben. Da schauen mich von großen Plakaten Dr. Ulrich Krüger, Sabine Weiss und immer mal wieder Sara Wagefeld-Niemeyer (wobei der Zweitnachname auf den Wahlplakaten nicht zu lesen ist) oder Herr Holger Mrosek an, und wollen durch ihre pure Präsenz meine Stimme ergattern. Doch als einigermaßen kritisch erzogener Mensch verlasse ich mich nicht auf meine Optik-Sympathie für Frau Wagefeld. Also werden die üblichen Seiten abgerufen. Wahl-o-Mat, die Homepages der Parteien, dann gab es bei Spiegel.online noch den Kandidatencheck, mit freundlicher Genehmigung von ..... Mit dem Ergebnis, dass ich wohl wählen sollte wie immer. Natürlich eine der großen Parteien, denn schließlich geht es um Bundespolitik, auch wenn zweifelhaft ist, ob ich nun die Linke zu den Großen zählen soll. Und auch wenn meine Stimme nur ein Fliegenschiss ist und nun nicht wirklich über die mögliche Wahl von Herrn Steimeyer oder Frau Merkel entscheiden wird, mischen sich taktische Überlegungen ein. Wahlkreis-KandidatIn A von Partei A, aber in der Parteiliste eher Partei B? Oder alles einheitlich. Stimmen im Wahlkreis verschenken an jemanden, der eh keine Chance hat, oder doch deutlich Stellung beziehen und entgegen allen Unkenrufen wählen. Für Schwarz-Gelb, oder Rot-Grün oder Rot-Rot-Grün oder fahren wir doch nach Jamaika und berzen und die Hirne weg? Aber Guido mag ich nicht. Darf ich aber trotzdem einfach nur nach Sympathie wählen? Oder muss ich mir erst die letzten Regierungsjahre Revue passieren lassen, wichtige Dinge nachlesen, meine Erwartungen, moralische Standards und Wünsche damit kombinieren und abgleichenm, Parteiprogramme durcharbeiten, vergleichen, mich mit den Karrieren der Kandidaten auf Wahlkreis- und Bundesebene beschäftigen? Ach, eigentlich ist es gar nicht so wichtig, dass ich wählen gehe, ich hab doch eh keine Ahnung... Gehe ich wirklich wählen, weil ich es wichtig finde, oder weil ich es halt immer so mache? Ob jetzt bei Partei A eine Stimme mehr steht, ist doch nachher egal.. obwohl, bei den Kommunalwahlen war es spannend, knapp und endlich hatte man in manchen Wahlkreisen das Gefühl, das einzelne Stimmen entscheidend sein können, also werde ich heute meinen Wahlzettel ausfüllen... wählen ist Bürgerpflicht und ich male sicher keine Smilies...

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