Dienstag, 18. November 2008

Wenn einer eine Reise tut... III

Der nächste Tag war dann etwas touristischer. Mit der Bahn ab in die Stadt und dann ging es in den Fernseh-Zoo. „Tiger, Elefant & Co“ mal nicht durch den kleinen, rechteckigen Kasten gucken, sondern mit eigenen Augen und vor allem mit den eigenen Füßen erkunden. Nach gut vier Stunden durch den Zoo und dem ein oder anderen schönen Schnappschuss weiß ich, dass Sofa und Fernseher auf jeden Fall bequemer sind. Dafür haben wir das Marketing-Duo Horst und Harry gesehen. Nein, nicht aus Derreck... sondern das Alpaka und das Lama. Aber Horst war da wenig kooperativ, als ich versucht habe, ihn auf Pixel zu bannen. Erst ist er auf de andere Seite des Geheges geflohen, dann im Haus verschwunden und sich letztich so aufgestellt, dass ich ihn nur mit jeder Menge Zaum fotografieren konnte. Bei den „Diegerkatzis“ hat meine geschätzte Freundin aus Leipzig doch tatsächlich behauptet, dass ich des Nächtens genauso schlafen würde, wie die... nur weil die eine „Diegerkatzi“ sich so galant auf dem Rücken geräkelt hat.
Bevor ich das vergesse, ich muss aber beschweren... ja, tut mir leid Zoo Leipzig, aber so geht das nicht... wenn ihr schon ein Marketing-Lama habt, dann sollte man den doch auch in allen Formen als Mitbringsel in eurem Zoo-Laden haben. Ich weiß, den Steif-Horst gab es ja, aber für fünf Zentimeter Horst in Hartgummi mal eben fünf Euro in Hartgeld auf den Tresen zu legen, da bin ich ja dann doch geizig. Aber so ein schnuckeliger Kühlschrankmagnet, das wäre doch mal was gewesen. Stattdessen musste ich dann die entfernten Verwandten aus der afrikanischen Steppe mitnehmen. Auch wenn ich es anders prognostiziert habe, es ist tatsächlich heil zu Hause angekommen, trotz des tönernen Charakters des Werkstücks.
Nach vier Stunden – oder waren es fünf? - sind wird dann wieder in Richtung Connewitz, weil in unseren Augen stand nur eine Sache: Essen! Und iiiiich durfte kochen. Zuvor aber zu Freude meiner Gastgeberin sind wir einkaufen gegangen. Das Resultat war eine etwas ungewöhnliche Essenskomposition, aber es geht ja auch nicht um hohe Kochkunst, sondern vor allem um Nahrungsaufnahme. Bei Reis mit Pilzen und Cordon Blue haben wir uns gestärkt und erstmal eine kleine Entspannungspause gemacht. Aber Madame hatte einfach nicht genug.
Kaum war es dunkel hieß es: „Anziehen! Wir gehen!“ Mit der Bahn fuhren wir wieder in die Stadt und sie zeigte mir all die Sehenswürdigkeiten, die Leipzig so zu bieten hat, in coolster Nachtbeleuchtung. Vom Bundesverwaltungsgericht zum Neuen Rathaus zur Thomaskirche, wo die berühmten Bach-Fenster zu sehen sind. Normalerweise, wenn es nicht dunkel ist. Dann vorbei am Thomas-Bogen. Die sind ja total narrisch in Leipzig. Mitten neben der Maggi-Werbung und der Leuchtschrift für Reno-Schuhe oder so, hängt ein unscheinbar weißes Schild. In Schwarz ist da drauf geklebt „Juristen-Fakultät“. Direkt in dem neuesten Konsumtempel der Stadt sind tatsächlich die Studis untergebracht. Ich hätte mich weghauen können. Also weiter zum Markt. Leipziger sind ein komisches Volk, wenn die sich am Samstagabend bei nicht gerade sommerlichen Temperaturen im Park stehen und sich sinnlos betrinken. Am Markt habe ich mich dann informiert, wie das mit der neuen U-Bahn ist... Obelix würde sagen: „Die spinnen, die Leipziger!“ Dann ging es irgendwie so querstadtein an diesem Glaswürfel vorbei, der auch Bildermuseum heißt. Dort mussten erstmal dringende Telefonate geführt werden. Dann ging es in Richtung Uni-Riese und Moritzbastei. Leider war das Sky-Dingens-Gerät für zum Gucken über die ganze Stadt nicht verfügbar.... nein, ehrlich, ich hatte einfach Schiss..
Passenderweise war im angrenzenden Gewandhaus direkt mal eine Veranstaltung und es war somit nicht nur von außen beleuchtet, sondern auch noch belebt und von innen strahlend. Linkerhand dann die Baustelle Uni-Gebäude und Pauliner-Kirche und gegenüber im strahlenden Weiß, die Oper. Nach gut zwei Stunden schmerzten die Füße wieder, aber ich hab das Gefühl, die Stadt erlebt zu haben. Zum Abschluss noch ein wenig Dvd gucken und Pistazien essen... bereit für einen neuen Tag, den vorletzten...

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